Artists in Residence programm

Altstadtgalerie Gmünd

Die von der Kulturinitiative Gmünd betriebenen internationalen Gastateliers in der Altstadtgalerie stehen Kunstschaffenden aus aller Welt für einen mehrwöchigen Werkaufenthalt zur Verfügung und dem kunstinteressierten Publikum offen.

Insgesamt acht Kunstschaffende sind von der Kulturinitiative 2021 zu einem mehrwöchigen Werkaufenthalt in die Altstadtgalerie nach Gmünd eingeladen: GEORGINA KRAUSZ (GB), GERDA OBERMOSER (A), JOHANN SCHOISWOHL (A), CHRISTIAN MURZEK (A), THOMAS DEFNER (A), JUTTA BERGER (A), WALTHER PREIML (A) und SONJA CAPELLER (A).

Informationen & Kontakt:
Altstadtgalerie Gmünd
Kirchgasse 51
A-9853 Gmünd in Kärnten
Tel.:
+43 4732 221524

01. Mai bis 31. Oktober 2021 tgl. von 10-13 Uhr und 15-18 Uhr

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Georgina Krausz

Grafik und Zeichnung

Artist in Residence im Mai 2021

Die in Eastbourne, England, geborene Künstlerin, übersiedelte nach ihrer Matura nach Österreich und studierte an der Kunstuniversität Linz.

Sie ist seit 2010 als freischaffende Künstlerin tätig, lebt in Leonding bei Linz und ist seit 2015 Mitglied der Vereinigung Kunstschaffender Oberösterreichs und seit 2017 Mitglied bei Xylon Österreich, einer internationalen Vereinigung von Holzschneidern, der in Österreich derzeit 54 grafische KünstlerInnen angehören, die sich in ihrer Arbeit schwerpunktmäßig mit dem Holzschnitt auseinandersetzen.

Georgina Krausz beschäftigt sich in ihrer Arbeit gerne mit den Mikro- und Makrostrukturen von Pflanzen und Bäumen. Sie arbeitet vornehmlich mit Feder und Tusche, dabei entstehen neben kleineren Formaten auch Arbeiten bis zu einer Größe von 1,50 m x 1,10 m (The Big Inks).

Gerda Obermoser

Malerei

Artist in Residence im Mai 2021

Die Künstlerin, geboren 1940 in Spittal/Drau, war Schülerin von Friedrich Kusdas und Prof. Canaval, tätig im Lehramt an der päd. Akademie für Mode und Bekleidungstechnik in Wien. 1992 erhielt sie den Ersten Preis des Kunstwettbewerbes der AK Innsbruck und lebt seit 1993 als freischaffende Künstlerin in Villach.

„Ich konzentriere mich in meiner Arbeit vorwiegend auf die Technik der Batik, arbeite jedoch nicht auf Textilien, sondern auf Holz. Die sublimen Farbwerte und die grafischen Strukturen des Trägermaterials ermöglichen mir eine Ausdrucksweise, die meiner intensiven Beziehung zur Natur am nächsten kommt. Nachdem ich 2019 einen so wunderschönen und inspirierenden Gastaufenthalt in Gmünd hatte, würde ich liebend gerne noch einmal in der Künstlerstadt als Gastkünstlerin arbeiten und so wie damals, neue Einsichten und Inspiration für meine künstlerische Arbeit gewinnen.“ (aus dem Motivationsschreiben von Gerda Obermoser, 2020)

Christian Murzek

Grafik und Malerei

Artist in Residence im Juni und Juli 2021 Ausstellung Galerie Gmünd: 31. Juli bis 3. Oktober 2021

Christian Murzek wurde 1986 in Mistelbach geboren. Nach dem fünfjährigen Besuch der Höheren Graphischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Wien hat er zunächst vier Jahre lang Philosophie an der Universität Wien studiert, bevor er sich der künstlerischen Ausbildung verschrieb: Von 2012 an hat er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien studiert, unter anderen bei Philip Patkowitsch, Silke Otto-Knapp, Veronika Dirnhofer oder Gunter Damisch. Im Juni 2018 hat er mit einer beeindruckenden Diplomarbeit sein Studium erfolgreich abgeschlossen und wurde mit dieser Arbeit gleich zum Strabag Art Award nominiert. Christian Murzek lebt und arbeitet in Wien & Niederösterreich.

Christian Murzeks Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen digitalen und analogen Prozessen, in der Codes und Algorithmen als Ausgangspunkte seiner künstlerischen Umsetzung dienen und in Druckgrafiken, Malerei und Zeichnung transformiert werden. Die 2020 entstandenen Serien ,,algorithm waves“ und „input: output“ zeigen erstmals den Einsatz einer farblichen Ebene innerhalb des künstlerischen Schaffens. Die zunehmende Verwendung digitaler Technologien und deren gigantischen Datensammlungen speisen das künstlerische Interesse an der Frage, wie wir diese Technologien zurückerobern und innerhalb der künstlerischen Disziplinen nutzen können. Digital generierte Anordnungen geometrischer Formen und Raster treffen in den Arbeiten auf malerische Gesten und zeichnerische Eingriffe, welche die digitalen Codes rekonstruieren und mit diesen intervenieren. Die mannigfaltigen Verflechtungen und Überlagerungen finden also an der Schnittstelle zwischen analog und digital statt und bauen sich zu räumlichen dynamischen Systemen auf, welche als Abecedarium in der Komposition Verwendung finden. Durch das Wechselspiel zwischen dem sterilen computergenerierten Material und den malerischen Elementen als Spuren des menschlichen Eingriffs, dem Konkurrieren zweier zellulärer Systeme, entsteht die dynamische Formensprache der neuen Serien.

Einzelausstellungen

2019 “MALTALOAD 1.0“, AiR Gmünd-Residence, Gmünd in Kärnten (A)

2018 “INTO THE WOODS“, magdas HOTEL, Wien (A)

2017 “LINIE / RAUM / FLÄCHE“, Akademie der Bildenden Künste, Wien (A)

2016 “M-ZONE“, Nitsch-Museum Mistelbach, Mistelbach, Niederösterreich (A)

Nominierungen & Preise

»STRABAG ART-AWARD | Nominierungen 2017, 2019, 2020, » Stipendium an der International Summer Academy, in Salzburg | bei Tobias Pils & Michael Horsky; 2019 Walter KOSCHATZKY KUNST-PREIS, Nominierung, Art Start-STUDIO, Stipendium; 2018 - Ö1 - Grafik des Monats;

Webseite

murzek.com

Johann Schoiswohl

Fotografie

Artist in Residence im Juni und Juli 2021

Johann Schoiswohl, geboren 1979 in Wels, studierte Soziologie und Philosophie an der Universität Wien, Fine Art Media an der Slade School of Fine Art London sowie Bildende Kunst im Fachbereich Kunst und Fotografie an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Projekt – You never walk alone

„Das Interesse am Aufenthalt in Gmünd speist sich daraus, dass ich als Kind viel an den künstlerischen Plätzen von Gmünd unterwegs gewesen bin. Da meine Mutter als Künstlerin einen Teil an der Entwicklung von Gmünd als Kunststadt beigetragen hat, habe ich viele Orte in den frühen 90er Jahren erlebt. Ich habe die Szenerien und künstlerischen Freiräume als Kind sehr spannend gefunden. Auch hatte ich Kontakt zu vielen Künstler*innen, wobei sicher auch mein eigener Weg als Künstler geprägt wurde. Hier würde ich gerne die Orte meiner Kindheit wiederentdecken, schauen wie sich die Szenen weiterentwickelt haben und die Wege durch die Stadt und rauf auf die Burg nachgehen. Da ich als Fotograf sehr viel im Gebirge arbeite, würde sich Gmünd sehr gut eignen, um die umliegende Berglandschaft zu erkunden. Ich habe über zehn Jahre das Tote Gebirge mit analogen Großformatkameras fotografiert. Letztes Jahr habe ich mich am Dachstein auf die Spurensuche von Friedrich Simonys Werk aus den Anfängen der Alpinfotografie gemacht und dabei das Schwinden des Gletschers thematisiert. Die Hohen Tauern würden sich bestens anbieten, um meinen Vorstellungen und Ideen vom Gebirge künstlerisch nachzugehen. Dabei Geschichten und Erzählungen vom Gebirge aufspüren und historische Aufnahmen erforschen. So würde ich den Wandel des Hochgebirges fotografisch dokumentieren. Aber auch das Gehen ist Teil einer künstlerischen Praxis und der Weg zum Foto ein wichtiger Aspekt für das fertige Bild. Das Auftauen des Permafrostes führt zunehmend zu Steinschlag und Zerfall des Gebirges. Welche Wege können noch gemacht werden und wo wird es gefährlich? Kann ein Umdenken im Umgang mit der Natur stattfinden? Als Ausgangspunkt für meine fotografischen Expeditionen wäre das Int. Gastatelier Maltator der perfekte Ort!"

(Auszug aus dem Motivationsschreiben von August 2020)

Ausstellungen (Auswahl)

Land(e)scapes (KunsthausMürz, Mürzzuschlag, 2019)
Totes Gebirge (Galerie Moserei, Scharnstein, 2018)
Andere Geschichte(n) (Künstlerhaus, Wien, 2017)
Kapitalismus ist für immer! (Vorwerk Stift, Hamburg, 2017)
Schön ist die Arbeit, ich könnte stundenlang zusehen! (Elektro Gönner,Wien, 2017)

Jutta Berger

Malerei und Nana Skulpturen

Artist in Residence im August 2021

Die Kärntner Künstlerin Jutta Berger studierte nach Abschluss ihrer Schulausbildung Werbe- und Gebrauchsgrafik an der Kunstschule in Wien und begann anschließend ein autodidaktes Studium der Öl- und Acrylmalerei. Seit 2006 arbeitete sie als Projektleiterin und freischaffende Künstlerin an Volks- und Mittelschulen und studierte ab 2010 Mal- und Gestaltungstherapie in Wien.

Zurzeit arbeitet sie als akademische Freizeitpädagogin im Lernraum-Montessorischule Harbach der Diakonie de La Tour in Klagenfurt und in privater Praxis als Mal- und Gestaltungstherapeutin. Ihre Bilder sieht sie als Lebensdokumentationen, als Ausschnitte aus Gedanken- und Gefühlskonstrukten, aus Erlebnissen und Erkenntnissen. Daher sind es auch immer Zyklen, die entstehen, an deren Ende das gerade noch Erlebte und Gedachte wieder versinkt und verebbt, bis Neues in ihrem Leben aufwallt, das sie wieder in Form von Bildern und Skulpturen zum Ausdruck bringt.

„Mein Aufenthalt in der Künstlerstadt Gmünd bietet mir die wunderbare Gelegenheit, Menschen an diesem Befreiungsprozess teilhaben zu lassen. Wenngleich das Interesse von kunstaffinen Menschen an meiner Arbeit für mich auch eine Art Antrieb, eine Energie ist, die zum Weitermachen motiviert. Ich freue mich schon sehr auf das Arbeiten im offenen Atelier, bin aufgeregt und gespannt auf die neuen Erfahrungen und vor allem auch auf die Bilder, die während dieser Zeit entstehen werden." (Auszug aus ihrem Motivationsschreiben vom Juli 2020)

Jutta Berger wird im August im Rahmen der Sommerakademie Gmünd auch einen NANA-Workshop anbieten.

Webseite

Thomas Defner

Landschaftsfotografie

Artist in Residence im August und September 2021

Thomas Defner wurde 1960 in Innsbruck geboren, lebt und arbeitet heute in Igls/Tirol als Fotograf. Seine Fotografenausbildung erhielt er in der Werkstatt für Lichtbildkunst, die sein Großvater Dr. Adalbert Defner 1919 in Wernigerode im Harz, Deutschland seinerzeit gegründet hatte, sowie in der Berufsschule für Fotografen in Hall, Tirol. Seit 1992 ist Thomas Defner Inhaber des Defner Photo Verlages in 3. Generation.

Als Künstler verzichtet Thomas Defner bei seinen Werken bewusst auf Requisiten oder schrille Akzente und reduziert seine Arbeiten stets auf das Wesentliche. Stille darstellen, Tiefe sichtbar machen und das Spiel mit dem Licht – das will Defner mit seinen Fotografien ausdrücken. Defners zarte, großformatige Bergbilder zeigen Ausschnitte archaischer Landschaften, Fels- und Schneestrukturen. Der Mensch spielt in diesen Bildern keine Rolle. Die farblich stark zurückgenommenen, oft fast schwarz/weiß wirkenden Bilder laden ein zum Verweilen an detailreichen Strukturen und Geländeformen. Auf den ersten Anblick wirken seine Arbeiten wie gemalte Bilder, erst beim genauen Hinsehen werden die fein ausgearbeiteten Landschaftsstrukturen sichtbar.

„Ich sehe in dem Gastaufenthalt in Gmünd die besondere Möglichkeit, mich auf ein neues Thema zu fokussieren. Das gelingt mir besser, wenn ich mein gewohntes Umfeld verlasse. Dadurch entwickeln sich ganz andere, neue Sichtweisen. Es ist die wunderbare Gelegenheit, fern aller Alltagsablenkungen, ein neues Projekt aufzugreifen und zu bearbeiten. Gmünd mit seiner spannenden Kunstszene scheint mir dafür ein sehr anregender, inspirierender Ort zu sein. Auch das Wandeln auf den Spuren meines Großvaters, Dr. Adalbert Defner, der seine ersten fotografischen Schritte in dieser Gegend gemacht hat, reizt mich besonders.“ (Auszug aus seinem Motivationsschreiben von Thomas Defner, August 2020)

Walther Preiml

Holzschnitt

Artist in Residence im September und Oktober 2021

Musiker und Druckgrafiker, das ist Walther Preiml. Der junge Kärntner Künstler aus Albeck besuchte 2003/04 das Landeskonservatorium Klagenfurt mit Schwerpunkt Jazz und Popularmusik. 2006 fand er durch die Fotografie zur Malerei. 2009 begann er sich mit Papierschnitt und Papierschnittdruck auseinanderzusetzen, bevor er sich dem Holzschnitt und dem Papierschnittdruck zuwandte, der nun im Zentrum seines Schaffens steht.

„Ich bin auf der Suche, den Linien gehe ich nach, sie sind wie Spuren. Diese Spuren führen zu mir, von mir weg, ich stehe mitten drin, sie laufen von der Gegenwart in die Vergangenheit, von der Gegenwart in die Zukunft. Ich suche mich selbst in den Linien zu finden, einen Ausgangspunkt, einen Anhaltspunkt. Sie stellen für mich einen ewigen Kreislauf dar, gleich einem Wasserfall. Die Linien sind Teil meiner Umgebung, auf der Haut meines Körpers, auf den Blättern der Bäume, aus lebenden Organismen, von Wind und Wetter geformt, gewachsen als Teil unserer Umwelt. Ich habe sie entdeckt, sie haben mich fasziniert, voll des Staunens tritt durch den Druck eine Veränderung ein, das Brett wird von einem Körper, auf Linien und Flächen, schwarz und weiß komprimiert. Das Gespeicherte, Unsichtbare, Wesentliche wird sichtbar. Die Linien des Holzstammes lassen sich mit einem Archiv vergleichen. Sie lassen uns teilhaben am Geschehenen, haben die Zeit gespeichert, sind wie Lebenslinien, welche sich in unseren Handflächen befinden, Ahnenlinien unserer Familien, die sich durch die Geschichte ziehen, sie geben Zeugnis ab. Jeder Druck ist ein Auszug aus dem Ganzen, eine punktuelle Sicht, ein Versuch zu sehen, zu lernen.

Warum ich mich wieder um einen Gastatelierplatz in Gmünd beworben habe? Ich möchte wieder in die außergewöhnliche Atmosphäre dieser Stadt eintauchen. Mich von dem Moment überreden lassen, in die Farbe gehen, ins Holz schneiden. Einblicke erhaschen, die Grenzen berühren. Den Menschen begegnen, Besuchern Einblicke gewähren. Mich exponieren, die Zweifel zerstreuen. Die Verbindungen suchen, ihnen nachspüren, mich selbst erkennen.“

(Motivationsschreiben vom August 2020)

Sonja Capeller

Malerei und Zeichnung

Artist in Residence im Oktober 2021

Die Künstlerin Sonja Capeller lebt und arbeitet in Villach. Nach ihrem Studium in Graz, ging sie für einige Jahre ins Ausland. Über ihre Arbeit schreibt die Künstlerin folgendes:

„Geboren, immer wieder neu, und immer wieder schmerzvoll; Die Arbeit: Die Sucht nach Ausdruck über das Geschenk und den Fluch des Talentes. Bilder auf Leinen, Holz, Stahlgeflecht; Installation und Konzeptkunst; naturalistisch bis abstrahierend, graphisch in der Malerei, malerisch in der Graphik. Lehrer: das Leben und sein Enden, die Neugier, die Suche nach dem Warum und Wieso, der Widerspruchsgeist, die Ratlosigkeit, das Staunen, die Angst, die Freude, der Zorn, die Wut, Macht und Ohnmacht, die Fremdwahrnehmung und die Selbstwahrnehmung. Der Ewige Streit zwischen Innen und Außen, das Ringen um Balance.“

Sonja Capeller beeindruckt mit ihren großformatigen gegenständlichen Arbeiten, die sie als genaue Beobachterin ihrer Umgebung ausweisen.

Rückschau

vergangene Ausstellungen

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