Artists in Residence programm

Galerie Gmünd

Die Galerie Gmünd stellt seit fünfundzwanzig Jahren ein Herzstück der Kulturarbeit der Kulturinitiative Gmünd dar. Untergebracht in einem ehemaligen Stallgebäude inmitten der Altstadt, versteht sich die Galerie Gmünd als Plattform für junge, zeitgenössische bildende Kunst. Die Ausstellungen an diesem besonderen Ort wollen den BesucherInnen aktuelle Tendenzen in der österreichischen und internationalen Kunstszene näherbringen. Dabei haben klassische Gattungen wie Malerei und Grafik ebenso ihren Platz, wie Installationen und Cross-over-Darbietungen, Plastik oder konzeptuelle Positionen.

Die KünstlerInnen haben die Möglichkeit, das besondere architektonische Umfeld der Galerie, die Stadelarchitektur mit offenem Dachstuhl, die dunkelgrauen, groben Natursteinwände und auch den schönen Hof des Gebäudes in die Ausstellungsgestaltung miteinzubeziehen.

Das Programm der Galerie Gmünd wird von der Dolomitenbank Osttirol Oberkärnten unterstützt.

Informationen & Kontakt:
Galerie Gmünd
Hintere Gasse 34
A-9853 Gmünd in Kärnten
Tel.:
+43 4732/2215-24

08. Mai bis 03. Oktober 2021 tgl. von 10-13 Uhr und 15-18 Uhr

am Stadtplan anzeigen

Linda Berger

Tusche-Federzeichnungen

Vernissage: SA, 8. Mai 2021, zu sehen bis 27. Juli 2021

Linda Berger, 1980 in Aalen geboren, arbeitete nach ihrem Diplomstudium für Modedesign an der HfG Pforzheim zunächst als Modedesign- Assistentin bei Bogner Jeans in Künzelsau, bevor sie von 2008 bis 2014 an der Universität für angewandte Kunst, Wien, Grafik und Druckgrafik studierte. 2015 war sie als Artist in Residence in den Lichtenberg Studios Berlin, 2018 wurde sie zum Strabag Artaward nominiert.

Linda Berger fokussiert in ihren Arbeiten auf Aspekte des Zeigens und Verbergens. Mit dem Einschreiben, Zusammenballen, Aufschichten unzähliger feiner Federstriche wird eine Leerstelle zum Verschwinden gebracht – nämlich jene des unbearbeiteten, geschichtslosen Zeichengrundes. Die blanke Fläche des Papiers wird zum Handlungsraum und Projektionsort mit, auf und in der der zeitaufwändige, sich oft über Monate erstreckende Bildschöpfungsprozess stattfindet. Das daraus resultierende Werk ist enorm detailliert. Es zeugt von einer zeichnerischen Obsession und konfrontiert uns mit einer bildlichen Verdichtung der künstlerischen Lebens- und Arbeitszeit. Linda Berger zeichnet mit Tusche und Feder, ihre Zeichnung baut sich aus vielen hunderttausenden kleinen Strichen zu einem großen Bild auf. Mal schwarzweiß, mal kunterbunt, immer an der Grenze vom Sichtbaren zum Unsichtbaren, an der Vergeistigung von Materie.

Die filigranen und gleichzeitig dichten Tusche-Federzeichnungen der Künstlerin entstehen über einen längeren Zeitraum hinweg. In meditativen Arbeitsprozessen zeichnet Linda Berger mit der Feder zarte, atmosphärische Gebilde, die aus der Distanz betrachtet die Erinnerung an Landschaften, Insektenschwärme, planetarische Nebel oder auch geologische Fundstücke hervorrufen. Aus der Nähe erkennt man die unzähligen feinen, unterschiedlich farbigen Striche, die mit lockerer Hand intuitiv aus dem Prozess des Zeichnens heraus aufgetragen wurden. Den Arbeitsablauf beschreibt Linda Berger als einen „empirischen Vorgang“ in einer „Laborsituation“. Oft sind es Monate, in denen sie sich, auf großformatigen Papierrollen zeichnend, zu jener Bruchstelle vorarbeitet, in der der individuelle Ausdruck in Abstraktion übergeht und sich die Vorstellung von Gegensätzen wie Mikrokosmos und Makrokosmos gegenseitig aufheben. „Die Zeichnung ist nah und fern zugleich. Direkt vor dem Papier verschwimmen die vielen Schichten zu einer Art flimmernder Malerei. Mit der Zeit entstehen Zustände einer Karte, einem Plan, einer Landschaft, Verdichtungen oder Strukturen einer Auflösung“, so die Künstlerin. Obwohl so gänzlich verschieden, harmonieren ihre Arbeiten farblich und gestalterisch so wunderbar mit den Malereien von Bernard Ammerer und so zeigt die Galerie Gmünd erstmals eine gemeinsame Ausstellung beider Künstler.

Ausstellungen (Auswahl):

2020 Bildraum 07, Wien

2018 Gartenpalais Lichtenstein, Wien; Galerie 3, Klagenfurt

2017 Stadtgalerie MUSA, Wien; Galerie 3, Klagenfurt

2016 Galerie LOFT8, Wien

2015 Künstlerhaus Wien

Bernard Ammerer

Malerei

Vernissage: SA, 8. Mai 2021, zu sehen bis 27. Juli 2021

Der 1978 in Wien geborene Künstler absolvierte 2001 seinen Abschluss des Studiums der Rechtswissenschaften, danach absolvierte er von 2003 bis 2010 ein Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei Johanna Kandl und Wolfgang Herzig. 2004 nahm er an der Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg bei Xenia Hausner teil. Ammerer erhielt den Strabag Art Award und ein Ö1 Talentestipendium. 2019 war er bereits Artist in Residence im Gastatelier Maltator. Es war sein großer Wunsch, 2021 mit einer Ausstellung am Kunstprogramm in Gmünd wieder teilzuhaben, dieses Mal mit einer gemeinsamen Ausstellung mit seiner deutschen Künstlerkollegin Linda Berger.

Bernard Ammerer denkt in Bildern und die realistische Malerei sei für ihn die beste Möglichkeit, seine Gedankengänge darzustellen, so der Künstler. Jede einzelne seiner Arbeiten verleitet zu unterschiedlichsten Interpretationen und Assoziationen mit dem eigenen Unterbewusstsein, bedrückend und befreiend zugleich. Ammerer berührt in gewisser Weise einen ganz besonderen Aspekt mit seiner Malerei: Trotz der so realistischen, detailgetreuen Bildsituationen kann die eigentliche Bedeutung und Motivation dahinter mit Worten nur sehr begrenzt ausgedrückt werden, ohne sich dabei zu verlieren. Es sind die einfachsten und zugleich größten und vielschichtigsten Themen wie Sinnfindung, Orientierung oder Glückssuche, die bei Ammerer immer wieder auftauchen – jenseits jeglicher Banalität. Es sei möglich, dass man nicht immer alles benennen muss bzw. auch etwas unbenannt lassen kann, ohne dass es in die Beliebigkeit abdriftet. Es ist diese feine, spontan-assoziative Gratwanderung, eine Art Schwebezustand zwischen Realität und Illusion, die in Ammerers Arbeiten so fasziniert. Ästhetik und Farbe nehmen dabei einen hohen Stellenwert ein, sie bilden das Fundament seiner meist großformatigen Bilderwelten, deren einprägsamer Wirkung man sich als Betrachter nur schwer entziehen kann. (Angelica Seebacher)

Ausstellungen (Auswahl):

2019 „Vermessung“, Galerie Frey, Wien

2018 „Dreamers”, Galerie Frey, Salzburg

2017 „Winter Salon“, 532 Gallery Thomas Jaeckel, New York

2017 „Himmel Ewig Blau“, Kunstmuseum Lanwan, Qingdao, China

2016 „Interface“, 532 Gallery Thomas Jaeckel, New York

2016 „Unframed“, Galerie Raum-mit-Licht, Wien

2015 „Figur, Struktur. STRABAG Artcollection“, RLB Kunstbrücke, Tirol

Christian Murzek

Grafik und Malerei

Artist in Residence im Juni und Juli 2021 Ausstellung Galerie Gmünd: 31. Juli bis 3. Oktober 2021

Christian Murzek wurde 1986 in Mistelbach geboren. Nach dem fünfjährigen Besuch der Höheren Graphischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Wien hat er zunächst vier Jahre lang Philosophie an der Universität Wien studiert, bevor er sich der künstlerischen Ausbildung verschrieb: Von 2012 an hat er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien studiert, unter anderen bei Philip Patkowitsch, Silke Otto-Knapp, Veronika Dirnhofer oder Gunter Damisch. Im Juni 2018 hat er mit einer beeindruckenden Diplomarbeit sein Studium erfolgreich abgeschlossen und wurde mit dieser Arbeit gleich zum Strabag Art Award nominiert. Christian Murzek lebt und arbeitet in Wien & Niederösterreich.

Christian Murzeks Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen digitalen und analogen Prozessen, in der Codes und Algorithmen als Ausgangspunkte seiner künstlerischen Umsetzung dienen und in Druckgrafiken, Malerei und Zeichnung transformiert werden. Die 2020 entstandenen Serien ,,algorithm waves“ und „input: output“ zeigen erstmals den Einsatz einer farblichen Ebene innerhalb des künstlerischen Schaffens. Die zunehmende Verwendung digitaler Technologien und deren gigantischen Datensammlungen speisen das künstlerische Interesse an der Frage, wie wir diese Technologien zurückerobern und innerhalb der künstlerischen Disziplinen nutzen können. Digital generierte Anordnungen geometrischer Formen und Raster treffen in den Arbeiten auf malerische Gesten und zeichnerische Eingriffe, welche die digitalen Codes rekonstruieren und mit diesen intervenieren. Die mannigfaltigen Verflechtungen und Überlagerungen finden also an der Schnittstelle zwischen analog und digital statt und bauen sich zu räumlichen dynamischen Systemen auf, welche als Abecedarium in der Komposition Verwendung finden. Durch das Wechselspiel zwischen dem sterilen computergenerierten Material und den malerischen Elementen als Spuren des menschlichen Eingriffs, dem Konkurrieren zweier zellulärer Systeme, entsteht die dynamische Formensprache der neuen Serien.

Einzelausstellungen

2019 “MALTALOAD 1.0“, AiR Gmünd-Residence, Gmünd in Kärnten (A)

2018 “INTO THE WOODS“, magdas HOTEL, Wien (A)

2017 “LINIE / RAUM / FLÄCHE“, Akademie der Bildenden Künste, Wien (A)

2016 “M-ZONE“, Nitsch-Museum Mistelbach, Mistelbach, Niederösterreich (A)

Nominierungen & Preise

»STRABAG ART-AWARD | Nominierungen 2017, 2019, 2020, » Stipendium an der International Summer Academy, in Salzburg | bei Tobias Pils & Michael Horsky; 2019 Walter KOSCHATZKY KUNST-PREIS, Nominierung, Art Start-STUDIO, Stipendium; 2018 - Ö1 - Grafik des Monats;

Webseite

murzek.com

Rückschau

vergangene Ausstellungen

Moussa Kone

Zeichnung & Grafik
06/2020
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07/2020

Während des Lockdowns der Covid-19-Krise begann Moussa Kone in Wien an der Serie „The Vital Force“ zu arbeiten. Die hoch-aktuellen Werke erzählen vom Umgang unserer Gesellschaft mit ihren Ressourcen. Die Serie fand in Gmünd ihre Fortsetzung, wo zahlreiche Referenzen auf historische Begebenheiten...

Larissa Leverenz

Malerei & Zeichnung
04/2020
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05/2020

Larissa Leverenz entführt die Betrachter in eine Welt von surrealer, fremder Schönheit. In ihren Werken finden wir Vertrautes ebenso wie Surreales. Ihre Inspiration entnimmt sie dem Alltag, ihrer Kindheit, ihren Träumen und Ängsten. Gleich einer Regisseurin ordnet Leverenz in ihren Bildräumen...

Laurien Bachmann

Experimentelle Kunst, Fotografie
06/2019
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07/2019

Laurien Bachmann präsentierte in ihrer Ausstellung „when the earth folds“ künstlerische Arbeiten, die sich thematisch entlang diverser Grenzen bewegen. Nach „Diverse Heimat”, einer Serie, in der es um die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit in gefundenem fotografischen Material geht, setzt...

Gerlinde Thuma

Malerei & Grafik
03/2019
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04/2019

Gerlinde Thuma, geboren 1962 in Wien, lebt und arbeitet in Niederösterreich nahe Wien. Sie hat von 1981 bis 1988 Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Maria Lassnig studiert und mit Diplom abgeschlossen. Seither ist sie auf den Gebieten Malerei, Grafik...

Birgit Pleschberger

Malerei
06/2018
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07/2018

Birgit Pleschberger, 1978 in Villach geboren, studierte Kunst und Kunsterziehung am Mozarteum Salzburg bei Prof. Ruedi Arnold und diplomierte 2003. Sie lebt und arbeitet in Innsbruck. Die Künstlerin hat zahlreiche Preise erhalten, etwa 2013 den Kunstpreis der Volksbank Kärnten, 2009 den...

Markus Hofer

Skulpturen
03/2018
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03/2018

Markus Hofer, geb. 1977 in Haslach an der Mühl, Oberösterreich, ist ein österreichischer Bildhauer. Nach dem Besuch der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz und der Kunsthochschule Berlin-Weissensee studierte und diplomierte Markus Hofer an der Akademie der bildenden...

Aurelia Gratzer

Zeichnungen, Malerei
08/2017
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10/2017

Aurelia Gratzer gehört zu einer Generation, deren Sehgewohnheiten von Fotografie, Film und Computerbild geprägt sind. Statt aber mit Videokamera oder Bildprogramm zu arbeiten, um uns so in fiktive, digitale Welten zu führen, nutzt sie entschlossen Leinwand, Pinsel und Farbe, bleibt damit der...

Christoph Schirmer

Zeichnungen, Malerei
08/2017
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10/2017

Christoph Schirmers aktuelle Bilder zeugen von einer Konzentration auf den Malprozess und die präzise Form. Außermalerische Referenzen, wie vor allem digitale Medien, Computergrafikprogramme mit Zeichen und Figuren, die in den Jahren zuvor entscheidende Aspekte der Bildkonzeption bei Schirmer...

Martina Tscherni

Zeichnungen, Malerei
05/2017
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07/2017

Durch die sensible Verknüpfung von Zeichnung und Stickerei entstehen bei Martina Tscherni aus akribischer Betrachtung resultierende Arbeiten, die von ihrer natürlichen Umgebung isolierte Elemente aus Flora und Fauna wiedergeben. In der Natur findet Tscherni die Motive für ihre Zeichnungen...