Johann Schoiswohl

Fotografie
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2021
Altstadtgalerie Gmünd

Johann Schoiswohl, geboren 1979 in Wels, studierte Soziologie und Philosophie an der Universität Wien, Fine Art Media an der Slade School of Fine Art London sowie Bildende Kunst im Fachbereich Kunst und Fotografie an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Projekt – You never walk alone

„Das Interesse am Aufenthalt in Gmünd speist sich daraus, dass ich als Kind viel an den künstlerischen Plätzen von Gmünd unterwegs gewesen bin. Da meine Mutter als Künstlerin einen Teil an der Entwicklung von Gmünd als Kunststadt beigetragen hat, habe ich viele Orte in den frühen 90er Jahren erlebt. Ich habe die Szenerien und künstlerischen Freiräume als Kind sehr spannend gefunden. Auch hatte ich Kontakt zu vielen Künstler*innen, wobei sicher auch mein eigener Weg als Künstler geprägt wurde. Hier würde ich gerne die Orte meiner Kindheit wiederentdecken, schauen wie sich die Szenen weiterentwickelt haben und die Wege durch die Stadt und rauf auf die Burg nachgehen. Da ich als Fotograf sehr viel im Gebirge arbeite, würde sich Gmünd sehr gut eignen, um die umliegende Berglandschaft zu erkunden. Ich habe über zehn Jahre das Tote Gebirge mit analogen Großformatkameras fotografiert. Letztes Jahr habe ich mich am Dachstein auf die Spurensuche von Friedrich Simonys Werk aus den Anfängen der Alpinfotografie gemacht und dabei das Schwinden des Gletschers thematisiert. Die Hohen Tauern würden sich bestens anbieten, um meinen Vorstellungen und Ideen vom Gebirge künstlerisch nachzugehen. Dabei Geschichten und Erzählungen vom Gebirge aufspüren und historische Aufnahmen erforschen. So würde ich den Wandel des Hochgebirges fotografisch dokumentieren. Aber auch das Gehen ist Teil einer künstlerischen Praxis und der Weg zum Foto ein wichtiger Aspekt für das fertige Bild. Das Auftauen des Permafrostes führt zunehmend zu Steinschlag und Zerfall des Gebirges. Welche Wege können noch gemacht werden und wo wird es gefährlich? Kann ein Umdenken im Umgang mit der Natur stattfinden? Als Ausgangspunkt für meine fotografischen Expeditionen wäre das Int. Gastatelier Maltator der perfekte Ort!"

(Auszug aus dem Motivationsschreiben von August 2020)